Grüner Appetit mit Folgen?
Bello knabbert genüsslich am Rasen, während du mit gemischten Gefühlen daneben stehst. Ist das normal? Was steckt dahinter? Und muss man sich Sorgen machen?
- Warum frisst mein Hund eigentlich Gras?
Die Gründe für das Fressen von Gras sind vielfältig. Hier einige Beispiele:
- Langeweile oder Stress: Dein Hund sucht nach Beschäftigung oder versucht, Stress abzubauen.
- Verdauungsprobleme: Manche Hunde fressen Gras, um eventuell Übelkeit oder Magenbeschwerden zu lindern. Ein direkter Zusammenhang zwischen Verdauungsproblemen und Grasfressen ist jedoch nicht eindeutig belegt.
- Nährstoffmangel: Wissenschaftliche Studien zeigen keinen klaren Zusammenhang zwischen Nährstoffmangel und Grasfressen. Es handelt sich eher um ein instinktives Verhalten.
- Säureüberschuss im Magen: Diese Hypothese wird häufig genannt, ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
- Instinkt: Grasfressen könnte ein tief verwurzeltes Verhalten sein, das auch bei Wölfen beobachtet wurde, ohne dass gesundheitliche Probleme vorlagen. Eine Studie von Bjone et al. (2007) zeigt, dass Grasfressen häufig bei gesunden Hunden vorkommt und nicht zwingend mit Gesundheitsproblemen zusammenhängt.
- Saisonal: Besonders frisches Gras am Anfang des Jahres enthält mehr Zucker und ist für viele Hunde besonders schmackhaft.
- Grasfressen – harmlos oder problematisch?
Normalerweise ist gelegentliches Grasfressen unbedenklich. Jedoch kann es in einigen Fällen zu Problemen kommen:
- Erbrechen: Zu viel Gras kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.
- Durchfall: Gras kann die Verdauung beeinträchtigen und Durchfall verursachen.
- Verstopfung: Lange Grasfasern können im Magen-Darm-Trakt zu Verstopfungen führen.
- Giftstoffe: In manchen Fällen kann Gras mit Pestiziden oder anderen Giftstoffen belastet sein.
- Fremdkörperprobleme: Unverdauliche Grasfasern können im Verdauungstrakt stecken bleiben und gesundheitliche Probleme verursachen.
- Überträger: Auf dem Gras sitzende Schnecken, die mitgefressen werden, können Träger von Parasiten wie Lungenwürmern (Angiostrongylus vasorum) sein.
- Was kann ich tun, wenn mein Hund Gras frisst?
- Beobachten: Dokumentiere die Häufigkeit und Menge des Grasfressens sowie begleitende Symptome.
- Ursachenforschung: Suche nach möglichen Auslösern wie Langeweile, Stress oder Verdauungsproblemen.
- Tierarztbesuch: Bei häufigem oder hektischem Grasfressen sowie bei begleitendem Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Blut im Erbrochenen oder Kot sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
- Ernährungscheck: Stelle sicher, dass Dein Hund alle notwendigen Nährstoffe erhält. Eine Ernährungsberatung oder ein Bluttest kann dabei hilfreich sein.
- Alternative Beschäftigung: Biete Deinem Hund ausreichend geistige und körperliche Beschäftigung, um Langeweile und Stress vorzubeugen.
- Spaziergang statt Grasbuffet: Lenke deinen Hund beim Gassigehen von Gras ab, indem ihr etwas spielt oder trainiert.
- Die richtige Ernährung: So unterstütze ich meinen Hund
Hochwertiges Futter, das auf die Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt ist, kann Grasfressen reduzieren. Achte auf:
- Ausreichend Ballaststoffe: Ballaststoffe fördern die Verdauung, sollten jedoch in angepasster Menge gefüttert werden, da ein Überschuss Verdauungsprobleme verursachen kann.
- Hochwertige Proteine: Tierische Proteine liefern wichtige Nährstoffe und sind für Hunde besser verdaulich als pflanzliche.
- Frisches Obst und Gemüse: Biete deinem Hund gelegentlich unbedenkliche Sorten wie Karotten oder Äpfel an. Vermeide jedoch giftige Lebensmittel wie Trauben, Rosinen, Zwiebeln oder Knoblauch.
- Fazit: Grasfressen mit Bedacht
Grasfressen ist bei Hunden ein normales Verhalten, das meist harmlos ist. Beobachte deinen Hund jedoch genau, besonders bei häufigem oder zwanghaftem Grasfressen, und suche bei Auffälligkeiten einen Tierarzt auf. Mit der richtigen Ernährung und ausreichend Beschäftigung kannst du die Ursachen für dieses Verhalten reduzieren und deinen Hund gesund und zufrieden halten. Eine umfassende Untersuchung des Verhaltens und der möglichen Hintergründe findest du beispielsweise in der Studie von Hart (2008), die zeigt, dass Grasfressen oft ohne klinische Symptome auftritt.
P.S.: Dieser Blogbeitrag dient der Information und ersetzt keinesfalls die Beratung durch einen Tierarzt.


