Hundeernährung – ein kurzer Einblick in die Geschichte

Hunde sind genauso unterschiedlich wie wir Menschen.

Die Geschichte der Hundeernährung reicht zurück bis in die Zeit der Domestizierung der Wölfe vor etwa 20.000 bis 40.000 Jahren. Heute geht man davon aus, dass es zu einer Annäherung kam durch die menschlichen Abfälle. Wölfe, die sich vom Rudel lösen und alleine losziehen, haben eine Hohe Sterblichkeit. Sie verhungerten oft, weil sie keinen Jagderfolg hatten. Wenn diese dann auf die Hinterlassenschaften der Menschen von damals stießen, konnten sie vermutlich davon überleben. Diese Hinterlassenschaften könnten zum Beispiel Essensreste, Schlachtabfälle oder auch menschlicher Kot gewesen sein. Die Menschen erkannten den Nutzen der halb zahmen Tiere als Müllbeseitiger und Alarmanlage. Innerhalb weniger tausend Jahre haben die Hunde als Begleiter der Menschen ausgebreitet. Dadurch entwickelten sie genetische Anpassungen an Lebensräume in denen es Wölfe nie gegeben hat.

Als die Menschen mit dem Ackerbau und der Gärtnerei begannen, haben sich Hunde die genetische Eigenschaft angeeignet Kohlenhydrate verdauen und verarbeiten zu können. Eine Studie von 2013 (Axelsson et al.) zeigte, dass Hunde mehr Gene zur Verdauung von Stärke besitzen als Wölfe, was auf eine frühe Anpassung an eine gemischte Ernährung hindeutet. Zunächst war die Ernährung von Hunden daher von den lokalen Verfügbarkeiten an Lebensmitteln abhängig. Je nach Region wurden Hunde mit Abfällen, Getreide, Gemüse, Essensresten, Knochen und ähnlichen Nahrungsmitteln gefüttert. Diese pragmatische Ernährung wurde während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert durch kommerzielles Hundefutter abgelöst. In den Anfangszeiten bestanden diese Futter oft aus Getreide und Abfallprodukten der Nahrungsmittelindustrie, da sie billig und leicht verfügbar waren.

Zu dieser Zeit spiegelte das Futter vor allem wirtschaftliche Interessen wider und entsprach oft nicht optimal den Ernährungsbedürfnissen von Hunden. Mit zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis wurde jedoch deutlich, dass Hunde eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen benötigen, um gesund zu bleiben.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden spezielle Futtermittel, die den unterschiedlichen Lebensphasen und gesundheitlichen Bedürfnissen von Hunden gerecht werden. Es gibt heute Welpenfutter, Seniorfutter, Diätfutter und spezielle Futtermittel für Hunde mit Allergien oder anderen gesundheitlichen Problemen. Dabei wird der Fokus zunehmend auf hochwertige Zutaten und eine präzise Nährstoffzusammensetzung gelegt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich auch ein Trend zu natürlichen Futteroptionen wie BARF (biologisch artgerechtes rohes Futter) entwickelt. Diese Ernährungsweise orientiert sich an der Nahrung wilder Wölfe und besteht aus rohem Fleisch, Gemüse, sowie ggf. Getreide und Knochen. Während viele Hundebesitzer von dieser natürlichen Fütterung überzeugt sind, wird sie in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Studien zeigen, dass eine unsachgemäße Umsetzung zu Nährstoffmängeln oder einem Überschuss an bestimmten Stoffen führen kann. Zudem besteht das Risiko von bakteriellen Infektionen oder Verletzungen durch falsche Lagerung, Verarbeitung oder Knochen. BARF sollte daher immer unter Anleitung eines Tierarztes oder eines spezialisierten Ernährungsberaters erfolgen.

Die Geschichte der Hundeernährung zeigt eine Entwicklung von der reinen Abfallfütterung hin zu einer bewussten und ausgewogenen Ernährung, die den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben der Hunde gerecht wird. Heutzutage stehen Hundebesitzern zahlreiche Optionen zur Verfügung, von industriell hergestelltem Trocken- und Nassfutter bis hin zu personalisierten Ernährungsplänen, die auf spezifischen Gesundheitsprofilen basieren. Diese Vielfalt spiegelt das verstärkte Bewusstsein für die Bedeutung einer artgerechten und gesundheitsfördernden Ernährung wider.